00) Niederösterreichischer Fussball Verband

Verbandsgeschichte ab 1919:
– 1918 – der Zusammenbruch der Monarchie und die Gründung der Ersten Republik schufen auch im Fußball völlig neue Verhältnisse – der V. A. F. Ö. als Interessensgemeinschaft der kleinen Vereine trat an die Öffentlichkeit und spielte in den zwanziger und dreißiger Jahren eine maßgebliche Rolle Dr. Ignaz Abeles löst Prof. Wilhelm Schmieger ab und wird wieder zum Präsidenten des NÖFV gewählt.
– die ältesten Vereine Niederösterreichs: Badener AC (1899), SC Herzogenburg (1899), SC Korneuburg (1902), „Vorwärts“ Wilhelmsburg (1906), SV Stockerau (1907), 1. Wiener Neustädter SC (1908), ASC Marienthal (1908), SV Mödling (1911), 1. SV Guntramsdorf (1911), SC Traiskirchen (1911), SC Klosterneuburg (1912), ASK Ternitz (1913), 1. St. Pöltner SC (1913);
– 1919 – Aufschwung in Niederösterreich – 30 neue Vereine in einem Jahr.
– 1921 – Immer mehr organisierte Vereine bilden sich in Niederösterreich, wodurch die Gesamtzahl innerhalb des NÖFV auf 74 (sogenannte) Provinzvereine anstieg.
– 1922 – wurden neue Satzungen beschlossen, welche die Loslösung von den Wiener Vereinen beinhaltete und damit die Führung des NÖFV-Spielbetriebes (mit ausschließlich nö.Vereinen) zur Folge hatte; erste Landesmeisterschaft von Niederösterreich (erstmals in einer gemeinsamen Gruppe; Sieg vom Wr. Neustädter Sportklub).
– 1923 – die Wiener Vereine schlossen sich im Wiener Fußballverband zusammen; auch als getrennte Verbände blieben Wien und Niederösterreich mit dem Schicksal des Österreichischen Fußballverbandes eng verbunden und übersiedelten gemeinsam von der Annagasse in das neue Verbandsheim in der Taborstraße in Wien-Leopoldstadt. Der Zuspruch zum Fußball in Niederösterreich hält an. Insgesamt gibt es 128 gemeldete Vereine.
– 1926 – In Österreich gibt es zwei Fußballverbände, den „Österreichischen Fußball-Bund (Ö. F. B.)“ und den offiziell neu gegründeten „Verband der Amateurfußballverbände Österreichs (V. A. F. Ö.)“. Wegen der erfolgten Verbandsspaltung kann die Meisterschaft nicht zu Ende geführt werden.
– 1928 – beschloss der Niederösterreichische Fußballverband mit überwiegender Mehrheit den sportlichen Anschluss an den Wiener Fußballverband.
– 1933 – Der Landesgruppe Niederösterreich des VAFÖ, die ihren Sitz in Wien hatte gehörten 161 Vereine mit rund 12.000 Mitgliedern an. Es wird eine Meisterschaft in 11 Schutzgruppen ausgetragen. Damit ist auch dokumentiert, dass es sich bei der Bezeichnung „Schutzgruppe“ nicht um eine abfällige Bezeichnung handelt, sondern vielmehr um die niedrigste Spielklasse.
– 1938 – durch die verstärkte Ausbreitung des Fußballsportes in Niederösterreich wurden wieder verstärkt Versuche unternommen, einen eigenständigen Niederösterreichischen Fußballverband ins Leben zu rufen, die Annexion Österreich durch Hitler-Deutschland verhinderte dies jedoch vorerst – Aus dem ÖFB mit seinen 711 Vereinen (davon 273 aus Wien und etwa 200 aus Niederösterreich) wurde der „Fußballbund Ostmark“. – Der Zweite Weltkrieg bescherte rigorose Reisebeschränkungen, Zerstörungen und der Einzug vieler Soldaten brachte den Spielverkehr endgültig zum Stillstand.
– 1945 – In den Apriltagen des Jahres 1945 erwachte der Fußball in Niederösterreich, nachdem er unter Bomben und Granaten in den Wirren des Zweiten Weltkrieges nahezu ausgelöscht worden war – für die heutige Generation unvorstellbar – zu neuem Leben. Am 6. August konstituierte sich der NÖFV in einer Generalversammlung; Mit vorläufig 84 Vereinen und etwa 3000 Aktiven stand der Verband, dessen Verbandssekretariat sich geraume Zeit in der Badner Wohnung von Tibor Ebert befand, am Anfang einer damals kaum vorstellbaren Entwicklung. Trotz Hungers und Not fast überall im Land, zerstörter und verwahrloster Sportplätze, trotz Mangels an Ausrüstungsgegenständen und beschwerlicher Fahrten mit unregelmäßig verkehrenden Personenzügen oder alten, zerbeulten Lastkraftwagen, entwickelte sich in Niederösterreich bald ein regionaler Meisterschaftsbetrieb.
– 1949 – die Einführung des Sporttotos und die Schaffung der österreichischen Fußballstaatsliga drücken diesem Jahr zwei markante Stempel auf – „Vater“ dieser Staatsliga war nach Antragstellung in der ÖFB Hauptversammlung der damalige NÖFV-Schriftführer Karl Beck – 31 Vereine werden neu in den NÖFV aufgenommen (trotz Vereinsauflösungen und Fusionierungen konnten zum Jahresende 323 Vereine gezählt werden.
– 1955 – Übersiedlung des ÖFB, WFV, NÖFV und Staatsliga von der Berggasse in die Wiener Mariahilfer Strasse 99. Vor allem für den NÖFV bedeutete dies einen gewaltigen Fortschritt, da die zahlreichen Ausschüsse nun endlich in der Lage waren, ihre Sitzungen und Besprechungen gleichzeitig abzuhalten. Im ÖFB tritt Ing. Walch – nachdem NÖFV-Präsident Hans Rauscher abgelehnt hatte – die Nachfolge von Dr. Josef Gerö als ÖFB-Präsident an. Der Jugendfußball unternimmt einen weiteren Aufschwung, was sich in 319 Nachwuchsteams (davon 190 Juniorenmannschaften) widerspiegelt und auf dem Gebiet des Schulsports konnte mit der Einführung der Hauptschulmeisterschaft ein weiterer Erfolg erzielt werden – 15.5.1955 – Staatsvertragsunterzeichnung, drei Monate danach verließ der letzte alliierte Soldat unser Land, was auch für Niederösterreich das Ende einer jahrelangen Unsicherheit bedeutete.
– 1959 – über NÖFV- Initiative kam es zur Einführung der Regionalligen als neue zweite Leistungsklasse (verbunden mit dem Direktaufstieg in die Staatsliga).
– 1961 – zu seinem 50-jährigen Bestehen konnte der NÖFV zufrieden Bilanz ziehen – Spieler- und Talentelieferant für die damalige Fußballstaatsliga wie kein anderes Bundesland – Der NÖFV publizierte sein Jubiläumsbuch „50 Jahre Fußball in Niederösterreich“ – Da die Satzungen des NÖFV in den Grundzügen noch aus der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie stammen, werden diese nach zweijähriger Diskussion „in zahlreichen Sitzungen überarbeitet und den tatsächlichen Verhältnissen und Erfordernissen der Gegenwart“ angepaßt. – Zum Jahresende gehörten dem NÖFV 347 Vereine an, von denen 333 an der Meisterschaft teilnehmen.
– 1962 – Karl Beck übernimmt die Präsidentenstelle für den gesundheits- und berufsbedingt ausscheidenden Dr. Wladimir Sekyra – im Rahmen der Hauptversammlung wird eine neue Meisterschaftseinteilung beschlossen – die Staatsliga gerät immer mehr in die Kritik der Landesverbände.
– 1965 – Im Sommer werden abermals zahlreiche Sportanlagen entlang der Donau durch enorme Hochwasserschäden schwer in Mitleidenschaft gezogen. – nach internen Differenzen wird der Staatsliga-Verband aufgelöst und die höchste Spielklasse Österreichs in Nationalliga umgetauft; die Vereine kehren in ihrer Zugehörigkeit zu den Landesverbänden zurück.
– 1968/69 – – am Spielbetrieb nahmen bereits 391 Vereine und 452 Nachwuchsmannschaften teil (der 1. SC Schwechat wechselt von NÖFV zum WFV).
– 1973/74 – Zehnerliga – Im Februar eskalieren die Differenzen zwischen den Landesverbänden und dem ÖFB. Einstimmig werden Kampfmaßnahmen gegen den ÖFB beschlossen und der Austritt angedroht. Wie ernst es den Landesverbänden war, zeigte die Tatsache, daß die erforderlichen gesetzlichen Formalitäten bereits vorbereitet waren. – Aufgrund dieses Drucks wurde im April von der ÖFBHauptversammlung der Beschluß zur Einführung der Bundesliga und einer Nationalliga (als zweithöchste Leistungsstufe) mit jeweils 10 Mannschaften durch den ÖFB gefaßt. Die Vereine wurden durch die Einführung eines U/21-Bewerbes zur Nachwuchsarbeit verpflichtet und mit Hilfe des Bundes und der Länder Leistungszentren installiert.
– 1985 – neues Experiment in der Fußballbundesliga (mit zwei Zwölferligen und einer Play-off Runde) – die Regionalliga Ost wird – vor allem Dank der Initiative des NÖFV – wieder eingeführt – am Jahresende umfaßte der NÖFV bereits 466 Vereine.
– 1993 – in den beiden höchsten Spielklassen Österreichs waren 6 nö.Vereine vertreten und bildeten seit langem wieder einmal einen erfreulichen Höchststand – am Jahresende gehören dem NÖFV 488 Vereine an.
– 1994 – Eingliederung von 20 neuen „UNION“-Vereinen aus dem Bezirk Mistelbach und Installierung einer 3. Klasse A und B (Bewerbsklassen mit Sonderstatus).
– 1995 – Eingliederung weiterer 7 UNION-Vereine (3. Klasse Region Hornerwald).
– 2000 – Höchststand mit 523 Vereinen und rund 60.000 aktiven Spielern, das Schiedsrichterkollegium umfaßt 620 Schiedsrichter.
– 2011 – 100jähriges Bestandsjubiläum des NÖFV (Quelle:Chronik 100 Jahre Nieder-Österreichischer Fussball Verband, 2011).